Blue Flower

Wir widmen uns seit vielen Jahren der Zucht von Rexkaninchen im Farbenschlaf Weiß / Rotauge. Die Rexkaninchen zählen zu den Haarstrukturrassen. Sie haben ein sehr kurzes (max. 2 cm langes) Fell. Durch diese besondere Struktur fühlt es sich samtartig an. Als Urtyp des Rexkaninchens ist 1919 in Frankreich der Castor-Rex entstanden. In einer Zucht traten irgendwann kurzhaarige Tiere auf, die von einem pfiffigen Herrn gezielt zur Weiterzucht eingesetzt wurden. Man versprach sich von den kurzen Fellen der Rexe Vorteile in der Fellverarbeitung. Daher lösten die Rexkaninchen in den 20er Jahren auch ein sehr großes Interesse aus und die Tiere wurden für sehr viel Geld gehandelt. Einige Jahre lang waren Rexfelle in der Mode auch sehr beliebt. Heute spielt die Fellverarbeitung jedoch kaum noch eine Rolle.

Im Folgenden sind die Berwertungskriterien aus dem Rassestandard aufgeführt und beschrieben:

Pos. 1 Gewicht:

Die weißen Rexe dürfen zwischen 2,50 und 4,50 kg wiegen. Um die volle Punktzahl auf einer Ausstellung zu erreichen, muss das Gewicht zwischen 3,25 und 4,50 kg liegen. Unserer Meinung nach zeigt sich der Rextyp bei Tieren zwischen 4,0 und 4,2 kg am Schönsten.

Pos. 2 Körperform und Bau:

Infolge der Kurzhaarigkeit der Rexkaninchen treten die einzelnen Körpermerkmale schärfer als bei den Normalhaarrassen in Erscheinung. Diesem Punkt ist in der Beurteilung der Form Rechnung zu tragen. Die Rexe sollen einen leicht gestreckten Körper haben, wobei Vorder – und Hinterpartie möglichst gleich breit sind. Die Rückenlinie verläuft ebenmäßig. Die Läufe sollen mittellang, gerade und kräftig sein. Bei den Häsinnen ist eine kleine, wohlgeformte Wamme zulässig. Ansonsten ist die Häsin zierlicher als der Rammler.

Pos. 3 Fell:

Die Ohren sind gut behaart. Das Fell ist sehr dicht und besitzt ein auf dem Haarboden fast senkrecht stehendes Fellhaar, daß auf der Rückenmitte eine Länge von 17 – 20 mm haben muß. Die Haare dürfen weder wellig sein noch Locken bilden. Die Grannenspitzen dürfen aus dem Unterhaar höchstens 1 mm herausragen. Der Nackenkeil soll möglichst klein und lockenfrei sein.

Pos. 4 Kopf:

Der Kopf ist ein wenig länglich; die Stirn und die Schnauzpartie ist breit, die Backen kräftig.

Pos. 5 Ohren:

Die Ohren werden straff aufgerichtet getragen, sie sind kräftig und fleischig. In der Länge müssen sie zum Kopf passen, jedoch wirken sie aufgrund des kurzen Fells etwas länger als bei den Normalhaarrassen. Seit 2009 muss die Länge der Ohren bei dieser und einigen anderen Rassen wieder gemessen werden. Die Ideallänge beträgt dabei 11 bis 12 cm. Etwas kurze oder lange, nicht ganz der Körpergröße bzw. dem Typ entsprechende Ohren gelten als leichte Fehler. Eine Ohrenlänge von weniger als 9 bzw. mehr als 14 cm ist als schwerer Fehler zu werten.

Pos. 6 Farbe und Gleichmäßigkeit:

Gefordert wird ein reinweißes Fell incl. weißer Unterfarbe am gesamten Körper einschließlich Kopf, Unterseite und Läufen. Die Augen sind rot durchleuchtend (Albino) bzw. hellblau beim Farbschlag weiß BA (Blauauge), die Krallen farblos. Dem Vorurteil, die Zucht weißer Tiere sei einfach, möchte ich jedoch widersprechen. Zwar hat man als Züchter dieses Farbschlages nicht mit Zeichnungsfehlern zu kämpfen, aber die tägliche Pflege erfordert insbesondere in punkto Reinlichkeit besondere Aufmerksamkeit. Es ist schade, wenn weiße Tiere, die zwar eine gute Farbe haben und im Prinzip sauber sind, aber an der Unterseite (Läufe) gelbliche Verfärbungen vom Einstreu haben, zu hart gestraft werden. Leider macht der Standard diese Vorgaben, unserer Meinung nach dürfte aber eine Strohfärbung der Laufsohlen nicht bewertet werden. Es sollte doch dem Züchter freigestellt sein, ob er seine Tiere auf Rosten oder auf Stroh hält. Letztlich macht aber der halbe Punkt Abzug zwei Punkte auf die Sammlung.

Pos.7 Pflegezustand:

Natürlich sollen Rassekaninchen nur in einwandfreiem Pflegezustand zur Schau gebracht werden. Hierzu gehören saubere Läufe, Ohren, Fell sowie geschnittene Krallen usw.